Was ist Hatha Yoga?

Hatha Yoga

Der Hatha Yoga ist eine alte aus Indien stammende Methode, um den Körper und den Geist zu harmonisieren.

Um ca. 600 n. Chr. entstand der körperorientierte Hatha Yoga, der sich seit ca. 100 Jahren in westlich orientierten Ländern  zunehmend ausbreitet. Er konnte sich im Westen so gut etablieren, da er in vieler Hinsicht perfekt auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten ist. Im Hatha Yoga, der sowohl eine geistige wie auch eine körperliche Komponente besitzt, fühlt sich der Übende in seinen Körper hinein und kann durch die verschiedenen Yogaübiungen (Asanas), Atemübungen und Meditation gestärkt und gedehnt werden (Trökes, 2005).

Asanas und Pranayama werden im Hatha-Yoga als Schwerpunkte betrachtet. Die yogischen Körperübungen sind keine rein gymnastischen Übungen, denn sie werden in einem besonderen Bewusstsein ausgeführt und unter bewusster Ein- und Ausatmung. Während der Ausführung einer Asana sollte der Atem ruhig und gleichmäßig fließen, denn so kann sich der Yogi schließlich entspannen. Asanas wurden über Jahrhunderte entwickelt, um jeden Muskel, jeden Nerv und jede Drüse des Körpers anzusprechen. Außerdem sichern sie eine gute körperliche Verfassung, einen starken und dehnbaren Körper, der durch die Ruhe, Ausgeglichenheit und gleichzeitiger Stärke vor Krankheiten geschützt ist. Besonderer Bedeutung kommt den Asanas zu, da sie die Gedanken schulen und den Geist disziplinieren (Iyengar, 2009).

Für jeden geeignet – Hatha Yoga in Fürth

In Fürth unterrichten wir Hatha Yoga, der modern ist und undogmatisch. Unabhängig von bestimmten Glaubensrichtungen oder Religion, steht der Yoga jedem Menschen offen, egal ob jung oder alt. Neben normalen Hatha Yoga Kursen bieten wir auch Kurse hier in Fürth an für verschiedene Zielgruppen. Hierzu zählen Schwangeren, die gerne zu uns ins Schwangeren Yoga kommen dürfen oder im Anschluss der Schwangerschaft dann auch gerne ins Mama & Baby Yoga. Außerdem haben wir auch Kurse für Kinder im Programm und begrüßen Sie sehr gerne in unseren wunderbaren Räumlichkeiten in Fürth.

Forschung zu den Effekten von Hatha Yoga

Hatha Yoga zeigt eine effektive therapeutische Wirkung bei verschiedenen Erkrankungen. Besonders bei solchen des Stütz- und Bewegungsapparats. In einer Studie wurde in einem 16-wöchigen Programm bei chronischen Rückenschmerzen nachgewiesen, dass Yoga zu einer Verbesserung beitrug (Williams, Petronis, Smith, Goodrich, Wu, Ravi, Doyle, Juckett, Kolar, Gross, Steinberg, 2005). Auch bei Fehlhaltungen wie Kyphose konnte der positive Effekt von Yoga bestätigt werden. Bei Kyphosepatienten, die dreimal in der Woche eine Stunde am Yogaunterricht über einen Zeitraum von 24 Wochen teilnahmen, wurde eine Verbesserung des Kyphosewinkels und des Kyphose-Index im Vergleich zur Kontrollgruppe festgestellt (Greendale, Huang, Karlamangla, Seeger, Crawford, 2009). Bei rheumatischer Arthritis verhilft Yoga auf körperlicher Ebene zu einer Minderung der Schmerzen. (Evans, Mooieni, Taub, Subramanian, Tsao, Sternlieb, Zeltzer, 2010).

Bei Erkrankungen der Atemwege wie Asthma Bronchiale wurde herausgefunden, dass durch die Atemübungen im Hatha Yoga eine physische und mentale Entspannung erreicht wird, einhergehend mit einem stabilisierenden Effekt auf die bronchiale Reaktivität durch eine Reduktion der vagalen efferenten Aktivität. Außerdem fand man eine Verbesserung der Asthmasymptomatik und eine Abnahme der Medikamenteneinnahme (Lehrer, Feldmann, Giardino, Song, Schmaling, 2002).

Bezüglich des Herz- und Kreislaufsystems wurden spezifische Erkrankungen und der Effekt des Hatha Yoga ebenfalls untersucht. Bei Hypertoniepatienten wurde nach sechswöchigem Hatha Yoga ein Rückgang des Blutdrucks von 168/100 auf 141/84 mmHg festgestellt (Patel & North, 1975). Tulpule und Tulpule (1980) konnten einen positiven Effekt von Yoga nach einem Herzinfarkt nachweisen. Patienten einer Reha, die ein Jahr lang am Hatha Yogaunterricht teilnahmen zeigten eine geringere Sterblichkeitsrate und eine nahezu vollständige Genesung.

Bei Erkrankungen des Nervensystems wie beispielsweise der Multiplen Sklerose hilft Hatha Yoga bei der mit dieser Krankheit einhergehenden Müdigkeit (Oken, Kishiyama, Zajdel, Bourdette, Carlsen, Haas, Hugos, Kraemer, Lawrence, 2004).

Bei chronischer Pankreatitis als eine Erkrankung des Hormonsystems wurde durch Hatha Yoga eine Verbesserung der Lebensqualität der Patienten festgestellt (Sareen, Kumari, Gajebasia & Gajebasia, 2007). Auch bei Schilddrüsenunterfunktion (Singh, Singh, Dave, Udainiya, 2010) und auf die Symptome der Menopause (Booth-LaForce, Thurston und Taylor, 2007) hat sich Yoga als hilfreich erwiesen. Darüber hinaus erwies sich Hatha Yoga bei Diabetes mögliche Risiken im Erwachsenenalter vermindern kann und auch bei zu einer Minderung der Medikamenteneinnahme führen kann (Innes & Vincent, 2006).

Bei Patientinnen mit Brustkrebs hat sich eine besonders sanfte Art des Hatha Yoga als effektiv erwiesen. Hier bewirkte der so genannte restaurative Yoga bei den Teilnehmerinnen eine positivere psychische Verfassung, weniger depressive Verstimmung einhergehend mit positiver Emotion und einem neu entdeckten Bezug zur Spiritualität (Danhauer, Mihalko, Russell, Campbell, Felder, Daley, Levine, 2009)

Nach Khalsa (2004) bewirkt Hatha Yoga bei Patienten mit chronischen Schlafstörungen, dass sich bei diesen eine Veränderung des subjektiv wahrgenommenen Schlafrhythmuses einstellt.

Untersuchung von Erkrankungen auf physischer Ebene machen den größten Teil der Yogaforschung aus. Daneben finden sich nun vermehrt Studien zu psychischen Störungen.

Hierzu zählen u. a. Effekte auf Depression. Eine Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Meditation zu einer Abnahme der depressiven Symptome führte (Butler, Waelde, Hastings, Chen, Symons, Marshall, Kaufman, Nagy, Blasey, Seibert, Spiegel, 2008). Und auch bei bipolarer Störung und Schizophrenie (Russinova, Wewiorski, Cash, 2002;  Duraiswamy, Thirthalli, Nagendra, Gangadhar, 2007) erwies sich Hatha Yoga als sinnvoll. Befunde zu Essstörungen der Studie von Dale, Mattison, Greening, Galen, Neace und Matacin (2009) zeigen den Nutzen eines sechs Tage Yogaworkshops für Frauen. Es zeigten sich eine Verbesserung der Laune, der psychischen Anpassung, der physischen und emotionalen Bewusstheit und eine Besserung der Symptome der Essstörung (Dale et al., 2009).

Eine Intervention mit Hatha Yoga bestehend aus Asanas, Pranayama, Meditation und Entspannungstechniken, Unterweisungen in der Philosophie des Hatha Yoga, in Ernährung und weiteren Bestandteilen reduzierte bei den Teilnehmern sowohl deren Angstzustände als auch deren Neigung zu Angst (Gupta, Khera, Sharma, Bijlani, 2006). Zudem beschreibt Shannahoff-Khalsa (2004) die Effektivität der Kundalini-Yoga Meditation auf die Behandlung von Zwangsstörungen. Es konnte sogar nachgewiesen werden, dass Hatha Yoga auch zur Prävention von psychischen Störungen beitragen kann. Posadzki, Parekh und Glass (2010) zeigten, dass Hatha Yoga in Kombination mit Qigong auf psychische Erkrankungen wie Angststörung und Depression präventiv wirkt.

In der Studie von Scime und Cook-Cottone (2008) wurde Hatha Yoga in ein Primärpräventionsprogramm für Essstörungen für Schülerinnen der 5. Klasse implementiert. Neben Hatha Yoga und einem 10-wöchigen Entspannungstraining wurden die Schülerinnen über Risiken und Schutzmaßnahmen aufgeklärt. Ergebnis war ein u. a. ein Rückgang der Unzufriedenheit mit dem Körper und ein signifikanter Einfluss auf das soziale Selbstkonzept der Schülerinnen (Scime & Cook-Cottone, 2008).

Folgende Studien beschäftigen sich vor allem mit dem körperlichen Selbstkonzept.

Daubenheimer (2005) untersuchte das physische Selbstkonzept von weiblichen Yogapraktizierenden und zeigte auf, dass diese eine weniger verzerrte subjektive Wahrnehmung ihres Körpers haben und damit mit ihrem Körper zufriedener als die Kontrollgruppe sind. Zudem weisen sie weiniger Essstörungen auf. Zu einem ähnlichen Befund kam die Untersuchung von Clance et al (1980). Diese zeigt, dass eine Gruppenintervention bestehend aus einem Körperbewusstseinstrainig und Yogaübungen eine Verbesserung der Zufriedenheit der Schüler mit ihrem Körper begünstigt (Clance, Mitchell, Englman, 1980).

Aber auch das Selbstkonzept im Sinne der Wahrnehmung der eigenen Person als Ganzes wurde untersucht. Befunde zeigen u. a. auf, dass Hatha Yoga bei missbrauchten Frauen sich positiv auf deren Selbstkonzept und deren Copingfähigkeiten auswirkt (Lourdes, Carroll, Galen, Schein, Bliss, Mattison, Neace, 2011). Eine Studie an Studenten brachte hervor, dass ein Hatha Yoga-Entspannungstraining sich nicht nur auf den erlebten Stresslevel und das allgemeine Wohlbefinden positiv auswirkt, sondern auch eine Verbesserung des Selbstkonzepts mit sich bringt (Sahajpal, Ralte, 2000). Kumar (2007) wies anhand seiner Untersuchung nach, dass Hatha Yoga einen signifikanten Einfluss auf die psychologische Anpassung hat und dazu beiträgt, ein positives Selbstbild zu errichten.

Lust bekommen auf Hatha Yoga in Fürth bei Nürnberg?

Wir heißen Sie herzlich willkommen in unseren Hatha Yogakursen in Fürth bei Nürnberg.

Wenn Sie aus Nürnberg kommen, dann können Sie sehr einfach mit der U1 direkt zu uns nach Fürth fahren.

 

Literatur
Booth-LaForce, C., Thurston, R., Taylor, M. (2007). A pilot study of a Hatha yoga treatment for menopausal symptoms. Maturitas, Vol. 57 (3), pp. 286-295.
Butler, L., Waelde, L., Hastings, T., Chen, X., Symons, B., Marshall, J., Kaufman, A., Nagy, C., Blasey, C., Seibert, E., Spiegel, D. (2008). Meditation With Yoga, Group Therapy With Hypnosis, and Psychoeducation for Long-Term Depressed Mood: A Randomized Pilot Trial. Journal of Clinical Psychology, Vol. 64 (7), pp. 806–820.
Clance, P. R., Mitchell, M., Englman, S. R. (1980). Body Cathexis in Children as Function of Awareness Training and Yoga. Journal of Clinical Child Psychology, IX (1) pp. 82-85.
Dale, L., Mattison, A., Greening, K., Galen, G., Neace, W., Matacin, M. (2009). Yoga Workshop Impacts Psychological Functioning and Mood of Women With Self-Reported History of Eating Disorders. Eating Disorders. The Journal of Treatment & Prevention, Vol. 17 (5), pp. 422-434.
Danhauer, S., Mihalko, S., Russell, G., Campbell, C., Felder, L., Daley, K., Levine, E. (2009).  Restorative yoga for women with breast cancer: findings from a randomized pilot study. Psycho-Oncology, Vol 18(4), pp. 360-368.
Daubenheimer, J. J. (2005). The relationship of yoga, body awareness, and body responsiveness to self-objectification and disordered eating. Psychology of Women Quarterly, Vol. 29, pp. 207–219.
Duraiswamy, G., Thirthalli, J., Nagendra, H., Gangadhar, B. (2007).  Yoga therapy as an add-on treatment in the management of patients with schizophrenia – a randomized controlled trial. Acta Psychiatrica Scandinavica, Vol 116(3), pp. 226-232.
Evans, S., Mooieni, M., Taub, R., Subramanian, S., Tsao, J., Sternlieb, B., Zeltzer, L. (2010). Iyengar Yoga for Young Adults with Rheumatoid Arthritis: Results From a Mixed-Methods Pilot Study. Journal of Pain and Symptom Management, Vol. 39(5), pp. 904-913.
Greendale, G., Huang, M., Karlamangla, A., Seeger, L., Crawford, S. (2009). Yoga Decreases Kyphosis in Senior Women and Men with Adult-Onset Hyperkyphosis: Results of a Randomized Controlled Trial. Journal of the American Geriatrics Society, Vol. 57(9), pp. 1569-1579.
Gupta, N., Khera, S., Vempati, R. P., Sharma, R., Bijlani, R. L. (2006). Effect of yoga based lifestyle intervention on state and trait anxiety. Indian J Physiol Pharmacol, Vol. 50 (1), pp. 41-47.
Innes, K., Vincent, H. (2006). The Influence of Yoga-Based Programs on Risk Profiles in Adults with Type 2 Diabetes Mellitus: A Systematic Review. eCAM, Vol. 4(4), pp. 469–486.
Iyengar, B. K. S. (2009). Licht auf Yoga. Das grundlegende Lehrbuch des Hatha-Yoga. Frankfurt a. M.: S. Fischer Verlag.
Khalsa, Sat Bir S. (2004). Treatment of Chronic Insomnia with Yoga: A Preliminary Study with Sleep–Wake Diaries. Applied Psychophysiology and Biofeedback, Vol. 29 (4), pp. 269-278.
Kumar, G. A. (2007). Impact of yoga practices on adjustment patterns and self-concept. Journal of Indian Psychology, Vol. 25 (1-2), pp. 74-83.
Lehrer, P., Feldman, J., Giardino, N., Song, H., Schmaling, K. (2002). Psychological Aspects of Asthma. Journal of Consulting and Clinical Psychology, Vol 70(3), pp. 691-711.
Lourdes, P. D., Carroll, L. E., Galen, G. C., Schein, R., Bliss, A., Mattison, A. M., Neace, W. P. (2011). Yoga practice may buffer the deleterious effects of abuse on women’s self-concept and dysfunctional coping. Journal of Aggression, Maltreatment & Trauma, Vol. 20 (1), pp. 89-101.
Patel, C., North, W. (1975). Randomised controlled trial of yoga and bio-feedback in management of hypertension. The Lancet, Vol. 306 (7925), pp. 93-95.
Tulpule, T., Tulpule, A. (1980). Yoga. A method of relaxation for rehabilitation after myocardial infarction. Indian Heart Journal, Vol. 32(1), pp. 1-7.
Posadzki, P., Parekh, S., Glass, N. (2010). Yoga and Qigong in the Psychological Prevention of Mental Health Disorders: A Conceptual Synthesis. Chinese Journal of Integrative Medicine, Vol. 16 (1), pp. 80-86.
Russinova, Z., Wewiorski, N., Cash, D. (2002). Use of Alternative Health Care Practices by
Persons With Serious Mental Illness: Perceived Benefits. American Journal of Public Health, Vol. 92(10), pp. 1600-1603.
Sahajpal, P., Ralte, R. (2000). Impact of induced yogic relaxation training (IYRT) on stress-level, self-concept and quality of sleep among minority group individuals. Journal of Indian Psychology, Vol. 18 (1-2), pp. 66-73.
Sareen, S., Kumari, V., Gajebasia, K., Gajebasia, N. (2007). Yoga: A tool for improving the quality of life in chronic pancreatitis. World Journal of Gastroenterology, Vol. 13(3), pp.391-397.
Shannahoff-Khalsa, D. S. (2004). An Introduction to Kundalini Yoga Meditation Techniques That are Specific for the Treatment of Psychiatric Disorders. The Journal of Alternative and Complementary Medicine, Vol. 10 (1), pp. 91-101.
Singh, P., Singh, B., Dave, R., Udainiya R. (2010). The impact of yoga upon female patients suffering from hypothyroidism. Complementary Therapies in Clinical Practice, Vol. 17(3), pp. 132-4.
Trökes, Anna (2005). Yoga. Ankommen in Körper, Geist und Atem. Stuttgart: Ernst Klett Verlag.
Oken, B. S., Kishiyama, S., Zajdel, D., Bourdette, D., Carlsen, J., Haas, M., Hugos, C., Kraemer, D. F., Lawrence, J. (2004). Randomized controlled trial of yoga and exercise in multiple sclerosis. Neurology, Vol. 62 (11), pp. 2058-2064.
Williams, K., Petronis, J., Smith, D., Goodrich, D., Wu, J., Ravi, N., Doyle, E., Juckett, G., Kolar, M., Gross, R., Steinberg, L. (2005). Effect of Iyengar yoga therapy for chronic low back pain. Pain, Vol. 115(1), pp. 107-117.

 

 

 

0